Die Entstehung der Acetoriaâ
"Er
ist Hersteller der edelsten und feinsten Essigköstlichkeiten." Im Jahr 1968 fing alles an.
„Das hat dein Vater 1945 aus Italien mitgebracht“, hieß es, nachdem
ich das kleine Fässchen im Keller beim großen Kehraus entdeckt hatte.
Der Kellerboden bestand noch aus einem gestampften Lehmboden und sorgte
somit dafür, dass das Fass die ganzen Jahre über keinen Schaden genommen
hatte. Schon beim vorsichtigen Öffnen war mir klar, dass es sich hier um
Aceto Balsamico handelte. Auf diesem Fässchen könnte man doch eine
klassische Solera aufbauen waren meine ersten Gedanken – doch es musste
heimlich geschehen – denn, wenn die Familie wüsste, dass der Sohn, ein
Winzer, mit Essig – undenkbar. Doch woher sollte ich Informationen
bekommen? Balsamico war damals noch ein Fremdwort in der deutschen Küchenszene.
Ich setzte mich ins Auto und fuhr nach Modena, doch auch da wurde jeder
Versuch nur eine Frage zu stellen (bezüglich der Herstellung von
Balsamico) schon im Keim erstickt. So blieb nur folgender Weg: Werte
empirisch ermitteln und dadurch Erfahrung gewinnen. Doch bei jedem
Fehlschlag wurde die Menge aus Vaters Fässchen weniger. Zum Glück
klappte schon im Herbst 1972 die Weitervergärung des alten Essigs mit
neuem Traubensaft. Der Grundstock für meine Essigmanufaktur Namens
Acetoria war geboren. Der Name setzt sich aus dem italienischen aceto, der
Essig und fattoria, der Gutshof zusammen. |